Das Open-Source-Projekt ZLUDA hat mit Version 6 eine der bislang größten Erweiterungen erhalten. Erstmals unterstützt die Software NVIDIAs 32-Bit-PhysX auch auf Grafikkarten ohne native PhysX-Unterstützung. Davon profitieren unter anderem AMD-Radeon-GPUs, auf denen ältere PhysX-Spiele nun deutlich flüssiger laufen sollen – und das ohne eine zusätzliche NVIDIA-Grafikkarte.
PhysX läuft erstmals direkt auf Radeon-Grafikkarten
ZLUDA wurde ursprünglich entwickelt, um CUDA-Anwendungen auf Nicht-NVIDIA-Hardware auszuführen. Mit der neuen Version erweitert das Projekt diesen Ansatz nun um die Unterstützung älterer PhysX-Titel.
Bislang benötigten Spieler häufig eine zweite NVIDIA-Grafikkarte mit PhysX-Unterstützung, um entsprechende Spiele mit aktivierten PhysX-Effekten flüssig spielen zu können. Mit ZLUDA entfällt diese zusätzliche Hardware, da die Berechnungen direkt auf kompatiblen Radeon-Grafikkarten erfolgen.
Die neue Funktion unterstützt derzeit 32-Bit-PhysX, das in zahlreichen älteren PC-Spielen zum Einsatz kommt.
Deutlich höhere Bildraten in ersten Tests
Als Beispiel nennen die Entwickler Mafia II, das zu den bekanntesten PhysX-Titeln gehört.
Laut den veröffentlichten Testergebnissen stieg die durchschnittliche Bildrate auf demselben Radeon-System von:
- 26,2 FPS ohne ZLUDA
- 80,2 FPS mit ZLUDA
Das entspricht einem Leistungszuwachs von mehr als dem Dreifachen.
Neben der höheren Performance sollen auch die typischen PhysX-Effekte wie:
- Rauch
- Trümmerteile
- Partikel
- Feuer- und Flüssigkeitseffekte
korrekt dargestellt werden.
Noch nicht frei von Einschränkungen
Die Unterstützung befindet sich allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die Entwickler weisen darauf hin, dass derzeit noch verschiedene Probleme auftreten können.
Bekannte Einschränkungen sind unter anderem:
- Fehler bei Flüssigkeitssimulationen
- teilweise Probleme beim Laden in Steam-Versionen von Spielen
- noch nicht vollständig abgeschlossene PhysX-Implementierung
Da ZLUDA als Open-Source-Projekt veröffentlicht wird, können interessierte Entwickler den Quellcode selbst anpassen und zur Weiterentwicklung beitragen.
NVIDIA selbst hat PhysX-Unterstützung reduziert
Interessanterweise hat NVIDIA die Unterstützung für 32-Bit-CUDA auf aktuellen Blackwell-GPUs zunächst eingestellt und später nur teilweise wieder aktiviert.
Ob auch Blackwell-Grafikkarten künftig von ZLUDA profitieren könnten, ist derzeit noch offen.
Weitere Verbesserungen für Windows und Machine Learning
Neben PhysX bringt ZLUDA v6 weitere Neuerungen mit.
Dazu gehören unter anderem:
- verbesserte Unterstützung für Windows
- Optimierungen für Windows ML
- Fehlerbehebungen im Compiler
- Verbesserungen der Performance-Bibliotheken
- Unterstützung zusätzlicher Texturformate
- Erweiterungen für Blender-Workloads
Die Entwickler möchten die Einrichtung unter Windows künftig vereinfachen und Anwendern beispielsweise fehlende ROCm-Komponenten während der Installation deutlicher anzeigen.
Entwicklung geht langsamer weiter
Der Hauptentwickler kündigte an, dass ZLUDA künftig langsamer weiterentwickelt wird. Nach rechtlichen Auseinandersetzungen und dem Wegfall kommerzieller Unterstützung wird das Projekt inzwischen hauptsächlich in der Freizeit gepflegt.
Neue Versionen sollen weiterhin erscheinen, allerdings in größeren zeitlichen Abständen als bisher.
Einschätzung
Mit der PhysX-Unterstützung in ZLUDA v6 erhalten ältere NVIDIA-PhysX-Spiele auf AMD-Radeon-Grafikkarten eine neue Perspektive. Gerade Titel wie Mafia II könnten dadurch ohne zusätzliche PhysX-GPU wieder deutlich besser spielbar werden. Allerdings befindet sich die Funktion noch in einem frühen Entwicklungsstadium, sodass mit Kompatibilitätsproblemen und kleineren Grafikfehlern gerechnet werden muss. Für Fans klassischer PhysX-Spiele stellt ZLUDA dennoch einen spannenden technischen Fortschritt dar.
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Quelle: ZLUDA v6 bringt NVIDIA PhysX auf AMD-Radeon-Grafikkarten

by BlackRabbitZ