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The Relic: First Guardian angespielt – Gute Ideen scheitern bislang an der Umsetzung

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Juli
01

Mit The Relic: First Guardian versucht das südkoreanische Studio Project Cloud Games, sich im weiterhin stark umkämpften Soulslike-Genre zu etablieren. Nach einer zweimonatigen Verschiebung soll das Action-RPG nun am 31. Juli für PC und PlayStation 5 erscheinen. Ein früher Test des Spiels zeigt jedoch, dass bis zum Release noch einige Baustellen bestehen.

Erste Eindrücke werden bestätigt

Bereits die ersten Gameplay-Trailer sorgten für gemischte Reaktionen. Zwar fällt die hohe Beweglichkeit der Spielfigur positiv auf, gleichzeitig wirkten die Präsentation und das düstere Fantasy-Setting wenig eigenständig.

Im aktuellen Preview-Build bestätigen sich diese Eindrücke. Besonders störend fallen zwei grafische Effekte auf:

  • eine sehr starke Vignettierung
  • permanentes Kamerawackeln

Beides schränkt die Sicht im Kampf erheblich ein und erschwert die Orientierung. Zum Testzeitpunkt standen zudem keine Optionen zur Verfügung, um diese Effekte zu deaktivieren.

Kampfsystem bleibt hinter Genregrößen zurück

Im Zentrum eines Soulslike steht das Kampfsystem – und genau hier zeigt The Relic: First Guardian derzeit die größten Schwächen.

Zwar bietet das Spiel einige interessante Mechaniken:

  • Ausdauer wird nur für Verteidigung und Ausweichrollen verbraucht
  • Relikte verändern den Charakter mit passiven Boni
  • verschiedene Waffen und Fähigkeiten ermöglichen unterschiedliche Spielstile
  • Fertigkeiten lassen sich über eigene Talentbäume freischalten

In der Praxis wirkt das Kampfsystem jedoch noch unausgereift.

Träge Steuerung und wenig flüssige Kämpfe

Die Standardwaffen verfügen lediglich über eine einzige Angriffskombination, die aufgrund der aggressiven Gegner nur selten vollständig ausgeführt werden kann.

Hinzu kommen weitere Probleme:

  • verzögerte Eingabereaktion bei Angriffen
  • sehr lange Combo-Ketten
  • ungewöhnlich große Ausweichrollen
  • schwer einschätzbare Gegneranimationen
  • teilweise unpräzise Trefferzonen

Das führt dazu, dass Kämpfe häufig ihren Rhythmus verlieren. Besonders die Ausweichrolle transportiert den Charakter über eine ungewöhnlich große Distanz und setzt Gefechte nahezu vollständig zurück, anstatt schnelle Gegenangriffe zu ermöglichen.

Parieren und Spezialfähigkeiten überzeugen noch nicht

Das Spiel legt offensichtlich Wert auf Blocken und Parieren. Aufgrund der teilweise schwer lesbaren Angriffe und inkonsistenten Timings gelingt das jedoch nicht immer zuverlässig.

Auch die Spezialfähigkeiten hinterlassen einen gemischten Eindruck. Einige Skills besitzen lange Vorbereitungsanimationen und lassen sich nur schwer sinnvoll in den normalen Angriffsrhythmus integrieren.

Mit bestimmten Waffenkombinationen – etwa dem Stab – wirkt das Kampfsystem zwar etwas flüssiger, insgesamt fehlt derzeit jedoch noch das präzise Spielgefühl, das viele Fans des Genres erwarten.

Eigenständiges Fortschrittssystem

Anders als viele Soulslikes verzichtet The Relic: First Guardian vollständig auf klassische Erfahrungspunkte.

Der Charakter entwickelt sich stattdessen über:

  • Relikte
  • Reliktenergie
  • Ausrüstungsgegenstände
  • Gold
  • Waffenverbesserungen

Dadurch verlieren normale Gegner jedoch an Bedeutung. Wer Feinde besiegt, erhält hauptsächlich Gold und Materialien, während der typische Nervenkitzel verlorengeht, nach einem Tod gesammelte Erfahrungspunkte zurückholen zu müssen.

Technik und Präsentation wirken veraltet

Auch technisch hinterlässt die aktuelle Testversion einen eher durchschnittlichen Eindruck.

Kritisiert werden unter anderem:

  • eine Grafik, die stellenweise an ältere Konsolengenerationen erinnert
  • ein wenig abwechslungsreiches Fantasy-Setting
  • einfache Gebietsstrukturen
  • schwache englische Sprachausgabe

Positiv hervorzuheben sind dagegen einige Ideen wie die vertonten Erinnerungsfragmente in der Spielwelt oder Einflüsse asiatischer Mythologie, die dem Spiel zumindest stellenweise eine eigene Identität verleihen.

Noch Chancen bis zum Release?

Einige Kritikpunkte – etwa die fehlenden Optionen für Kameraeffekte – lassen sich bis zum Marktstart vermutlich noch beheben.

Andere Probleme scheinen jedoch tiefer im grundlegenden Spieldesign verankert zu sein. Insbesondere das Kampfsystem dürfte sich innerhalb der verbleibenden Entwicklungszeit kaum grundlegend überarbeiten lassen.

Einschätzung

The Relic: First Guardian bringt durchaus interessante Ideen mit, darunter ein alternatives Fortschrittssystem, flexible Charakterentwicklung und einige frische Ansätze im Kampfsystem. Im aktuellen Preview-Build werden diese jedoch von einer unausgereiften Umsetzung überschattet. Gerade für ein Soulslike sind präzise Steuerung, gutes Trefferfeedback und ein flüssiger Spielfluss entscheidend – und genau hier zeigt das Spiel derzeit noch deutliche Schwächen. Ob Project Cloud Games diese bis zum Release am 31. Juli ausräumen kann, bleibt abzuwarten.

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Quelle: The Relic: First Guardian angespielt – Gute Ideen scheitern bislang an der Umsetzung