Valves neue Steam Machine sorgt erneut für Diskussionen. Nachdem das kompakte Gaming-System bereits für seine Preisgestaltung und die durchschnittliche Spieleleistung kritisiert wurde, zeigen aktuelle Tests von Gamers Nexus, dass ein weiterer Flaschenhals die Performance ausbremst: Die Konsole wird standardmäßig mit Single-Channel-DDR5-Arbeitsspeicher ausgeliefert. Ein Upgrade auf Dual-Channel kann je nach Anwendung deutliche Leistungsgewinne bringen.
Dual-Channel bringt spürbare Vorteile
Für die Tests ersetzte Gamers Nexus den serienmäßigen Speicher durch zwei DDR5-SODIMMs im Dual-Channel-Betrieb und verglich die Ergebnisse mit der Standardkonfiguration.
Vor allem CPU-lastige Anwendungen profitierten deutlich:
| Anwendung | Leistungsgewinn mit Dual-Channel |
|---|---|
| 7-Zip-Komprimierung | bis zu 19,4 % |
| Baldur’s Gate 3 (1080p, Low) | bis zu 15,3 % |
| The Outer Worlds 2 (1080p, Low) | bis zu 14,7 % |
| Resident Evil 4 (1080p, Performance-Modus) | rund 10 % |
| Baldur’s Gate 3 (1080p, Ultra) | bis zu 8,7 % |
Besonders bei niedrigen Grafikdetails oder hohen Bildraten, wie sie häufig in E-Sport-Titeln angestrebt werden, macht sich die höhere Speicherbandbreite bemerkbar.
GPU-Limit begrenzt den Effekt in vielen Spielen
Sobald die Grafikkarte zum limitierenden Faktor wird, fällt der Leistungsgewinn deutlich geringer aus.
In den meisten GPU-lastigen Tests bewegte sich der Unterschied lediglich zwischen 0,6 und 3,6 Prozent. Eine Ausnahme bildete erneut Baldur’s Gate 3, das auch bei hohen Details noch stärker vom Dual-Channel-Betrieb profitierte.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Speicher vor allem dann eine Rolle spielt, wenn die CPU möglichst viele Bilder pro Sekunde berechnen muss.
Produktivprogramme profitieren ebenfalls
Nicht nur Spiele legen zu.
Die größten Verbesserungen wurden in CPU-lastigen Anwendungen gemessen. Im 7-Zip-Benchmark erreichte das System fast 20 Prozent mehr Leistung.
Andere Aufgaben wie:
- Dateikomprimierung,
- Videocodierung,
- allgemeine Rechenlasten,
dürften ebenfalls von der höheren Speicherbandbreite profitieren.
Bei Rendering-Anwendungen fiel der Unterschied dagegen deutlich geringer aus.
Speicher-Upgrade nicht ganz unkompliziert
Während der Tests stießen die Entwickler von Gamers Nexus allerdings auf ein weiteres Problem.
Nicht jeder DDR5-SODIMM arbeitete stabil mit der Steam Machine zusammen. Teilweise kam es bereits beim Start des Systems zu Instabilitäten, sodass letztlich ein Speichermodul verwendet wurde, das den verbauten OEM-Modulen möglichst genau entsprach.
Valve veröffentlicht derzeit keine detaillierte Kompatibilitätsliste für unterstützte Speichertaktraten oder Timings. Dadurch könnte ein RAM-Upgrade je nach verwendetem Modul problematisch werden.
Potenzial für weitere Leistungssteigerungen
Ab Werk setzt Valve auf DDR5-5600 mit vergleichsweise lockeren Speicherlatenzen.
Sollte das System künftig auch schnellere Speichermodule oder optimierte Timings unterstützen, wären möglicherweise zusätzliche Leistungsgewinne möglich. Ob BIOS oder Firmware entsprechende Anpassungen erlauben, ist bislang allerdings nicht bekannt.
Einschätzung
Die Tests verdeutlichen, welchen Einfluss die Speicherkonfiguration selbst bei einem kompakten Gaming-System haben kann. Während GPU-limitierte Szenarien nur moderat profitieren, sorgt der Wechsel von Single- auf Dual-Channel-DDR5 insbesondere in CPU-lastigen Spielen und Anwendungen für zweistellige Leistungszuwächse. Wer seine Steam Machine aufrüsten möchte, sollte jedoch genau auf die Kompatibilität der verwendeten DDR5-SODIMMs achten.
Der Beitrag Steam Machine: Single-Channel-RAM kostet je nach Anwendung bis zu 19 Prozent Leistung erschien zuerst auf Hardware News.
Quelle: Steam Machine: Single-Channel-RAM kostet je nach Anwendung bis zu 19 Prozent Leistung

by BlackRabbitZ