SpaceX hat in einem SEC-Filing einen Cloud-Service-Vertrag mit Google offengelegt, der ab Oktober 2026 läuft und bis Juni 2029 datiert ist. Google bezahlt monatlich 920 Millionen US-Dollar für eine Rechenkapazität, die laut Filing 110.000 Nvidia-GPUs entspricht, ergänzt um CPUs, Arbeitsspeicher und zugehörige Komponenten. Beide Parteien können den Vertrag mit einer Frist von 90 Tagen kündigen. Der Deal folgt auf eine vergleichbare Vereinbarung mit Anthropic über 220.000 Nvidia-GPUs aus den H100-, H200- und GB200-Klassen für 1,25 Milliarden Dollar im Monat oder rund 15 Milliarden Dollar jährlich, die bis Mai 2029 läuft und ebenfalls mit 90 Tagen kündbar ist.
Was im SEC-Filing tatsächlich steht
Die Formulierung im SEC-Dokument ist zurückhaltend gehalten. SpaceX stellt Google nicht direkt 110.000 GPUs zur Verfügung, sondern „eine Rechenkapazität, die dem entspricht“. Die genaue Verteilung zwischen H100, H200 und GB200 wird nicht aufgeschlüsselt, anders als im Anthropic-Filing, das die Hopper- und Blackwell-Generationen ausdrücklich nennt. Der monatliche Preis von 920 Millionen Dollar entspricht ungefähr 8.360 Dollar pro GPU-Äquivalent und Monat, was im aktuellen Markt für Hopper- und Blackwell-Compute marktnah, am oberen Ende der publizierten Cloud-Preise liegt.
Die Vertragsdauer von 33 Monaten und die 90-Tage-Kündigungsklausel zeigen, dass beide Seiten Flexibilität priorisieren. Google bindet sich nicht über die volle Laufzeit, kann die Kapazität aber sofort skalieren. SpaceX bekommt vorhersehbare Einnahmen für ein Asset, das sonst weitgehend brach liegen würde.
Warum SpaceX die Kapazität überhaupt verleiht
Der eigentliche Hintergrund liegt bei xAI. Der Colossus-1-Rechenzentrumsstandort von xAI in Memphis kombiniert H100-, H200- und GB200-Beschleuniger in einer architektonisch heterogenen Konfiguration. Berichten zufolge hat sich diese Mischung in der Praxis als problematisch für Großmodell-Training erwiesen, weil unterschiedliche Speicherbandbreiten, NVLink-Topologien und Interconnect-Generationen die Skalierung über tausende GPUs hinweg deutlich erschweren. xAI hat das Grok-Training nach diesen Berichten weitgehend auf Colossus 2 verlagert, wo eine einheitlichere Blackwell-basierte Konfiguration läuft.
Damit steht ein erheblicher Teil von Colossus 1 ohne primären Nutzer da. SpaceX als Mutterkonzern hat zwei mögliche Wege, nicht ungenutzte Hardware abzuschreiben oder die Kapazität zu monetarisieren. Die jetzt sichtbar werdenden Verträge mit Anthropic und Google zeigen den zweiten Weg. Beide Unternehmen sind selbst Kunden bei klassischen Hyperscalern, suchen aber zusätzliche Compute-Kapazität, weil die globale Nachfrage nach Hopper- und Blackwell-Hardware das Angebot bei AWS, Google Cloud und Azure übersteigt. SpaceX füllt damit eine Lücke, die der Markt aktuell nicht selbst schließen kann.
Anthropic-Deal als Blaupause
Der Anthropic-Vertrag ist der größere der beiden. 220.000 GPUs, 15 Milliarden Dollar pro Jahr, explizite Nennung der H100-, H200- und GB200-Generationen. Bei vergleichbarem Pro-GPU-Tarif wie im Google-Deal liegt der monatliche Tarif bei rund 5.680 Dollar pro GPU-Äquivalent, also spürbar niedriger als bei Google. Diese Differenz dürfte mit der größeren Abnahmemenge zusammenhängen sowie mit dem Umstand, dass Anthropic die GPU-Mischung explizit akzeptiert und damit keinen reinen Blackwell-Cluster verlangt.
Google bezieht eine kleinere Tranche, vermutlich gezielter konfiguriert, und zahlt entsprechend mehr pro Einheit. Dass Google überhaupt Compute extern einkauft, statt ausschließlich auf eigene TPUs zu setzen, deutet darauf hin, dass die Cloud-Sparte auch Hopper- und Blackwell-Kapazität benötigt, etwa für Gemini-Training, für externe Cloud-Kunden oder für spezifische Workloads, die auf Nvidia-Hardware schneller laufen als auf TPUs.
Was der Deal über den GPU-Markt 2026 verrät
Zwei Punkte stechen heraus. Erstens, GPU-Compute ist trotz der breiten Blackwell-Auslieferungen weiterhin knapp genug, dass die beiden größten KI-Trainer auf dem Planeten Verträge mit einem Raumfahrt-Konzern abschließen, um Kapazität zu sichern. Zweitens, Colossus 1 als spektakuläres xAI-Vorzeigeprojekt wird im Effekt zu einem Cloud-Hosting-Asset, dessen wirtschaftliche Logik nichts mehr mit der ursprünglichen Erzählung zu tun hat. SpaceX und xAI nutzen die Konstellation, um vor dem geplanten Börsengang Einnahmen zu generieren und gleichzeitig die heterogene Hardware-Mischung in Drittnutzungen zu überführen, die weniger von perfekter Topologie abhängen als Großmodell-Pretraining.
Für den Markt heißt das, dass die Hopper-Generation auch 2026 und 2027 nicht aus dem Sortiment verschwindet. H100- und H200-Beschleuniger werden über Cloud-Verträge wie diesen weiter verwertet, statt direkt abgeschrieben zu werden. Käufer, die jetzt auf Blackwell-Generation hoffen, bekommen sie zwar im eigenen Rechenzentrum, im Cloud-Bereich bleibt die Mischung aber noch länger Realität, als es die Roadmaps vermuten ließen.
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Quelle: SpaceX vermietet Google Colossus-1-Rechenleistung für 920 Millionen Dollar pro Monat

by BlackRabbitZ