SanDisk hat die Optimus GX PRO 850P-SSDs angekündigt. Das „P“ im Namen steht dafür, dass sie für PlayStation-5-Konsolen gemacht sind, mit einem speziell angepassten Kühlkörper. Günstig sind die Laufwerke allerdings nicht: Die 2-TB-Version kostet nur etwa 60 Euro weniger als eine komplette PlayStation 5 Pro, die serienmäßig über 2 TB Speicher verfügt. Und das ist noch nicht einmal der eigentliche Aufreger.
Eine umgelabelte WD_Black – mit PlayStation-Logo
Die Optimus GX PRO 850P-Reihe sind im Grunde die 850X-SSDs, nur mit einem Kühlkörper, der speziell für die PlayStation 5 entwickelt wurde. SanDisk verspricht, dass sich Kunden dank dieses „optimierten Kühlelements“ keine Sorgen um die Kompatibilität machen müssen. Diese Sorgenfreiheit ist allerdings nicht umsonst: Die P-Versionen sind einige Dutzend bis hunderte Euro teurer als die X-Varianten. Abgesehen vom Kühlkörper gibt es nach bisherigem Kenntnisstand keine Unterschiede zwischen den P- und X-SSDs.
Hier lohnt ein genauerer Blick, denn die Sache reicht noch tiefer. SanDisk ist eine Marke von Western Digital, und die 850P entspricht faktisch der bekannten WD_Black SN850X – inklusive identischer Firmware. SanDisk hatte auf der CES 2026 angekündigt, die WD_Black- und WD-Blue-NVMe-Laufwerke unter die Marke SanDisk Optimus zu überführen, mit der GX-PRO-Reihe als oberster Consumer-Stufe. Der einzige praktische Unterschied zwischen der X- und der P-Variante besteht darin, dass bei der P-Version das PlayStation-Logo oben auf den Kühlkörper gedruckt ist – ein Logo, das man nach dem Einbau ohnehin nicht mehr sieht. Der bereits bei der 850X für den PS5-Schacht passende Kühlkörper ist bei beiden identisch.
Die technischen Daten
Bei den NVMe-SSDs handelt es sich um PCIe-Gen-4-Laufwerke im Format M.2 2280. Sie sind in Kapazitäten von 1 TB bis 8 TB erhältlich und kosten in der Vorlage zwischen 395,99 Euro und 3.084,99 Euro. SanDisk gibt die sequentiellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten mit bis zu 7.300 MB/s beziehungsweise 6.600 MB/s an, dazu kommen bis zu 1,2 Millionen IOPS bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen. Die Haltbarkeit reicht von 600 TBW beim 1-TB-Modell bis zu 4.800 TBW beim 8-TB-Modell, und alle Kapazitäten tragen eine fünfjährige eingeschränkte Garantie.
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich ausdrücklich nicht um PCIe-Gen-5-SSDs, die die PS5 ohnehin nicht unterstützt. Die Spezifikationen sind damit solide, aber unspektakulär – sie schöpfen schlicht das aus, was PCIe 4.0 auf der PS5 hergibt, und liegen damit auf dem Niveau zahlreicher deutlich günstigerer Laufwerke.
Der Preis, der die PS5 Pro günstig aussehen lässt
Die Preise sind der Punkt, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht – und für reichlich Spott im Netz sorgt. In den USA listete SanDisk das 8-TB-Modell als Launch-Angebot für 2.959,99 US-Dollar, herabgesetzt vom regulären Preis von 3.699,99 US-Dollar. Das 2-TB-Modell kostet dort 759,99 US-Dollar (von 949,99), das 1-TB-Modell 379,99 und das 4-TB-Modell 1.499,99 US-Dollar. Zum Vergleich: Eine Standard-PS5 kostet in den USA aktuell 649,99 US-Dollar, die PS5 Pro 899,99 US-Dollar. Das 8-TB-Laufwerk entspricht damit dem Preis von rund 4,6 PlayStation-5-Konsolen, und selbst das 2-TB-Modell ist teurer als eine ganze Standard-PS5.
Wie absurd die Lage ist, zeigt der Blick auf die baugleiche WD_Black SN850X: Deren 8-TB-Variante war 2024 zeitweise für unter 600 US-Dollar zu haben und liegt regulär bei rund 1.250 US-Dollar – also weniger als die Hälfte des SanDisk-Preises. Digital Foundry merkte trocken an, ein Rabatt, der die neue SSD zurück auf das 600-Dollar-Niveau ihres Vorgängers brächte, entspräche einem Nachlass von rund 84 Prozent. Mit anderen Worten: Man zahlt einen erheblichen Aufpreis für ein aufgedrucktes Logo und einen Kühlkörper, den es auch an der günstigeren X-Variante gibt.
Warum die Preise so explodieren
Der Hintergrund ist dieselbe Speicherkrise, die derzeit die gesamte Branche umpflügt. Die durchschnittlichen Preise für 8-TB-SSDs sind in die Höhe geschossen, weil die Hersteller die Nachfrage der KI-Rechenzentren bedienen und NAND-Flash entsprechend knapp und teuer geworden ist. Das erklärt einen Teil des Preisanstiegs – aber eben nicht den Aufschlag gegenüber der baugleichen WD_Black, der allein auf die offizielle PlayStation-Lizenzierung zurückgeht.
Lohnt sich das Tempo überhaupt?
SanDisk wirbt damit, dass die höheren sequentiellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten für „ein schnelles Reaktionsverhalten und nahtloses Gaming“ sorgten. Doch es ist fraglich, was Spieler von den schnelleren SSDs tatsächlich bemerken. Sony selbst weist darauf hin, dass nicht alle Spiele höhere SSD-Geschwindigkeiten nutzen – jede SSD, die Sonys Mindestanforderung von 5.500 MB/s erfüllt, reicht in der Praxis aus, und schnellere Laufwerke bringen kaum spürbare Vorteile bei den Ladezeiten.
Der reale Nutzen liegt also weniger in der Geschwindigkeit als im Speicherplatz: Spieler können mehr Titel ablegen. SanDisk gibt an, dass auf dem 8-TB-Modell bis zu 200 Spiele Platz finden, basierend auf einem Durchschnitt von 36 GB pro Spiel. Wann die 850P-SSDs in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein werden, ist nicht bekannt.
Was Käufer daraus mitnehmen sollten
Unterm Strich ist die Optimus GX PRO 850P ein Paradebeispiel dafür, wie wenig die offizielle PlayStation-Lizenzierung den Aufpreis rechtfertigt. Wer eine PS5-SSD sucht, fährt mit der baugleichen WD_Black SN850X oder Alternativen anderer Hersteller deutlich günstiger – die passen ebenso in den M.2-Schacht der Konsole, erfüllen Sonys Anforderungen und unterscheiden sich technisch praktisch nicht. Der einzige greifbare Mehrwert der P-Version ist die Gewissheit, ein offiziell lizenziertes Produkt mit aufgedrucktem Logo zu besitzen. Angesichts eines Preises, der das 8-TB-Modell teurer macht als drei PS5-Pro-Konsolen, dürfte den meisten Spielern diese Gewissheit den Aufpreis nicht wert sein. Wer aufrüsten will, sollte die Datenblätter vergleichen und zur günstigeren, leistungsgleichen Alternative greifen.
Der Beitrag SanDisks 2-TB-PS5-SSD kostet fast so viel wie eine ganze PlayStation 5 Pro mit 2 TB erschien zuerst auf Hardware News.
Quelle: SanDisks 2-TB-PS5-SSD kostet fast so viel wie eine ganze PlayStation 5 Pro mit 2 TB

by BlackRabbitZ