Wer in den letzten Monaten Arbeitsspeicher kaufen wollte, hat festgestellt: DDR5 ist deutlich teurer geworden. Was sich wie ein kurzfristiger Angebotsengpass anfühlt, ist in Wirklichkeit das Ergebnis einer strukturellen Verschiebung in der globalen Speicherindustrie — mit Folgen für Gaming-Hardware weit über RAM hinaus.
Was passiert gerade auf dem Speichermarkt?
Der Kern des Problems liegt bei den DRAM-Herstellern Samsung, SK Hynix und Micron. Alle drei haben ihre Produktionskapazitäten für High Bandwidth Memory — also HBM3 und HBM3e, den Speicher in KI-Grafikprozessoren wie Nvidias H100 und H200 — massiv ausgebaut. Das lohnt sich: Ein HBM3e-Stack bringt im Datacenter-Segment ein Vielfaches dessen ein, was ein Consumer-DDR5-Modul kostet.
Das Problem ist, dass dieselben Fertigungsanlagen und Prozesse für beide Speichertypen genutzt werden. Kapazität für HBM bedeutet weniger Kapazität für DDR5. Der Markt für Consumer-Speicher schrumpft auf der Angebotsseite — während die Nachfrage durch neue Plattformen wie AM5 und LGA1851, die ausschließlich DDR5 unterstützen, weiter steigt.
Wie stark sind die Preise gestiegen?
Gegenüber dem Tiefpunkt Mitte 2024 haben DDR5-Module in gängigen Konfigurationen wie 32 GB DDR5-6000 in einigen Segmenten zwischen 30 und 50 Prozent an Preis zugelegt. Hochfrequenter Speicher für übertaktungsfreudige Systeme ist noch stärker betroffen. Die Situation bei GDDR7 — dem Grafikspeicher der RTX 5000 und RX 9000 — ist noch angespannter, was direkt in die hohen GPU-Preise einfließt.
Was das für Gaming-Hardware bedeutet
Wer einen neuen Gaming-PC plant, zahlt 2026 an mehreren Stellen mehr: für DDR5-Arbeitsspeicher, für GDDR7-bestückte Grafikkarten, und indirekt für alle Komponenten, die mit Speicher-Engpässen zusammenhängen. AMD hat mit dem Ryzen 7 9850X3D explizit darauf hingewiesen, dass das X3D-Design dank des riesigen L3-Caches auch mit günstigem DDR5-4800 nahezu keine Performance-Einbußen zeigt — eine direkte Reaktion auf die Marktsituation.
Ältere Plattformen wie AM4 mit DDR4 erleben derweil ein unerwartetes Comeback im Gebrauchtmarkt. Wer kein akutes Upgrade-Bedürfnis hat, fährt mit einem gut bestückten Ryzen-5000-System auf AM4 noch immer gut — und muss keine überteuerten DDR5-Module kaufen.
Wann normalisiert sich der Markt?
Analysten gehen nicht davon aus, dass die Speicherpreise vor Ende 2026 substanziell sinken. Solange KI-Datacenter-Investitionen auf dem aktuellen Niveau bleiben und die HBM-Nachfrage nicht nachlässt, bleibt der Druck auf Consumer-DRAM bestehen. Wer jetzt zwingend auf DDR5 wechseln muss, sollte die nötigen Mengen kaufen und nicht auf günstigere Zeiten warten — sie könnten noch länger auf sich warten lassen als erwartet.
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Quelle: RAM-Preise 2026: Warum DDR5 gerade so teuer ist — und wie lange das noch anhält

by BlackRabbitZ