Die PlayStation 6 wird nicht 1.000 Dollar kosten — zumindest nicht ohne externe Einflüsse. Das ist das Fazit einer detaillierten Analyse der Fertigungskosten durch den YouTube-Kanal Moore’s Law is Dead, dessen Betreiber Tom früher als Engineering Account Manager professionell solche Kostenschätzungen durchgeführt hat.
Was die Komponenten kosten
Die geschätzte Stückliste für die PlayStation 6 — intern als Orion bezeichnet — ergibt Gesamtkosten von rund 743 Dollar. Das deckt sich nahezu exakt mit einer Schätzung des bekannten Leakers Kepler_L2 aus den vergangenen Wochen. Der mit Abstand teuerste Einzelposten ist RAM mit rund 300 Dollar, gefolgt vom APU-Die mit 110,50 Dollar und der SSD mit 142,50 Dollar. Zum Vergleich: Das aktuelle PlayStation-5-Slim-Modell mit Laufwerk kommt auf geschätzte 507 Dollar Herstellungskosten.
Neben der Heimkonsole hat Tom auch Schätzungen für weitere Modelle vorgelegt. Der PS6-Handheld kommt auf rund 494 Dollar, eine potenzielle günstigere PS6-Variante — intern Canis genannt — auf rund 404 Dollar, jeweils mit einem geschätzten Verkaufspreis von 499, 399 beziehungsweise 749 Dollar für die Vollkonsole.
Warum RAM alles verteuert
Der größte Kostenunterschied zwischen PS5 und PS6 liegt beim Arbeitsspeicher. Während die Speicherkrise die DRAM-Preise auf breiter Front treibt, trifft das Konsolen besonders hart: Die PS6 benötigt geschätzt 30 GB RAM für die Heimkonsole, die Handheld-Version 24 GB. Sollten die DRAM-Preise vor 2028 nicht sinken, bleibt dieser Kostentreiber bestehen.
Zölle als eigentliches Risiko
Der Weg zu einem vierstelligen Verkaufspreis führt ausschließlich über externe wirtschaftliche Faktoren. Mit einem 30-prozentigen Zollaufschlag — wie er in den aktuellen US-Handelsspannungen im Raum steht — würde der Preis auf rund 949 Dollar steigen. Ein Preis von 1.000 Dollar oder mehr wäre nur dann realistisch, wenn gleichzeitig die DRAM-Preise nicht fallen und die Straße von Hormuz für das gesamte Jahr 2027 geschlossen bleibt — ein extremes Szenario, das Tom selbst als Worst Case einordnet.
Entspannen sich entweder die Zollsituation oder die Speicherpreise, hält Tom einen Endpreis zwischen 600 und 800 Dollar für wahrscheinlich. Verbessern sich beide Faktoren, könnte Sony sogar den RAM beider Modelle erhöhen — von 30 auf 40 GB bei der Heimkonsole und von 24 auf 36 GB beim Handheld. Diese Entscheidung werde laut der Analyse frühestens Anfang 2027 fallen, kurz vor Produktionsbeginn.
Kein Aufschub trotz Unsicherheit
Eine Verzögerung der PS6 über das geplante Erscheinungsfenster Ende 2027 oder Anfang 2028 hinaus hält Tom für unwahrscheinlich. AMD würde keine Ressourcen in die Validierung der Hardware stecken, wenn eine Verschiebung ernsthaft in Betracht käme. Die Entscheidung für den Zeitplan scheint gefallen zu sein — unabhängig davon, wie sich Zölle und Speicherpreise entwickeln.
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Quelle: PlayStation 6: Analyse der Herstellungskosten zeigt — 1.000 Dollar nur im Worst Case

by BlackRabbitZ