Wer 2026 einen neuen Gaming-PC oder ein Hardware-Upgrade plant, sollte sich laut MSI nicht auf sinkende Preise verlassen. Der Hersteller geht davon aus, dass sich die Versorgung mit Grafikkarten und Speicher auch in den kommenden Monaten schwierig gestalten wird. Während sich die Lage bei Prozessoren im Laufe des dritten Quartals entspannen könnte, bleiben insbesondere DRAM und GPUs laut Unternehmenschef Joseph Hsu die größten Unsicherheitsfaktoren.
Speicher bleibt der Flaschenhals
Nach Einschätzung von MSI handelt es sich längst nicht mehr um kurzfristige Lieferprobleme. Vielmehr verschieben sich Produktionskapazitäten zunehmend in Richtung KI-Beschleuniger und Rechenzentren, wo Speicherhersteller höhere Margen erzielen können. Das wirkt sich unmittelbar auf den Consumer-Markt aus.
Bereits verschiedene Marktanalysen hatten darauf hingewiesen, dass die starke Nachfrage aus dem AI-Sektor die Versorgung mit DRAM und NAND zusätzlich unter Druck setzt. Für PC-Hersteller bedeutet das höhere Einkaufspreise – und diese landen letztlich häufig beim Endkunden.
Grafikkarten profitieren nur bedingt von besserer GPU-Produktion
Auch wenn sich die Fertigung der eigentlichen Grafikchips stabilisieren sollte, bleiben Grafikkarten von weiteren Komponenten abhängig. Neben dem GPU-Chip spielen unter anderem der verfügbare Grafikspeicher, Leiterplatten, Spannungsversorgung und Kühllösungen eine wichtige Rolle.
Steigen die Kosten für Speicherchips, verteuern sich zwangsläufig auch viele Grafikkarten – selbst dann, wenn NVIDIA oder AMD ausreichend GPUs liefern können.
Besonders betroffen sind dabei:
- Mittelklasse-Grafikkarten
- Gaming-PCs im Einstiegssegment
- Selbstbau-Systeme (DIY)
- Preisbewusste Komplett-PCs
Gerade in diesen Preisbereichen können bereits vergleichsweise kleine Kostensteigerungen den Verkaufspreis deutlich beeinflussen.
CPUs sollen ab dem dritten Quartal besser verfügbar sein
Etwas optimistischer bewertet MSI die Lage bei Prozessoren. Nach aktueller Einschätzung könnte sich die Versorgung im Laufe des dritten Quartals verbessern. Das bedeutet allerdings nicht automatisch sinkende Preise.
Ein kompletter PC besteht aus mehreren Komponenten, deren Kosten eng miteinander verknüpft sind. Selbst wenn CPUs günstiger oder leichter verfügbar werden, können hohe Preise für Arbeitsspeicher oder Grafikkarten den Gesamtpreis eines Systems weiterhin auf einem hohen Niveau halten.
| Komponente | Erwartete Entwicklung 2026 |
|---|---|
| Prozessoren | Versorgung soll sich ab Q3 verbessern |
| Arbeitsspeicher | Weiterhin angespannte Liefersituation |
| Grafikkarten | Knappheit dürfte anhalten |
| Gaming-PCs | Preisniveau bleibt voraussichtlich hoch |
KI-Boom verändert den Hardwaremarkt
Der zunehmende Ausbau von KI-Infrastrukturen verändert den Hardwaremarkt spürbar. Speicherchips, die früher überwiegend in PCs und Notebooks eingesetzt wurden, fließen heute verstärkt in AI-Server und Rechenzentren.
Für Hersteller ist das wirtschaftlich attraktiv, für klassische PC-Käufer jedoch weniger erfreulich. Solange die Nachfrage aus dem Enterprise- und KI-Bereich hoch bleibt, dürfte sich die Situation im Consumer-Segment nur langsam entspannen.
Hinzu kommt, dass Hersteller knappe Komponenten bevorzugt in höherpreisigen Produkten einsetzen können. Dadurch geraten insbesondere günstige Gaming-PCs und Hardware der Mittelklasse unter Druck.
Käufer sollten den Markt weiter genau beobachten
Die Prognosen von MSI sind zwar keine Garantie für dauerhaft steigende Preise, sie passen jedoch zu den Einschätzungen verschiedener Marktbeobachter. Wie sich die Lage tatsächlich entwickelt, hängt unter anderem von der Speichernachfrage, den Fertigungskapazitäten und der allgemeinen Marktentwicklung ab.
Fest steht jedoch: Wer in den kommenden Monaten neue Hardware kaufen möchte, sollte Preisentwicklungen aufmerksam verfolgen. Während Prozessoren gegen Jahresmitte wieder leichter verfügbar sein könnten, bleiben Grafikkarten und Arbeitsspeicher voraussichtlich die entscheidenden Kostentreiber. Ein flächendeckender Preisrückgang ist daher kurzfristig eher nicht zu erwarten.
Der Beitrag MSI sieht keine schnelle Entspannung: GPU- und Speicherknappheit könnten den PC-Markt weiter belasten erschien zuerst auf Hardware News.

by BlackRabbitZ