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Jefferies: Speicherpreise steigen bis 2027 weiter – Entspannung frühestens 2028

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Juni
29

Der weltweite Speichermarkt bleibt angespannt. Laut einer aktuellen Analyse von Jefferies Equity Research müssen sich Hersteller und Verbraucher auf weitere deutliche Preissteigerungen bei DRAM- und NAND-Speicher einstellen. Bereits im zweiten Halbjahr 2026 könnten die Preise sprunghaft anziehen, während eine nachhaltige Entspannung nach Einschätzung der Analysten frühestens im Jahr 2028 zu erwarten ist.

Jefferies erwartet kräftige Preisaufschläge

Die Prognose fällt deutlich aus. Jefferies rechnet bereits im dritten Quartal 2026 mit einem massiven Anstieg der durchschnittlichen Speicherpreise gegenüber dem Vorquartal.

Prognose von Jefferies:

ZeitraumErwartete Preisentwicklung
Q3 2026+40 bis +50 % gegenüber Q2
Q4 2026+30 bis +40 % gegenüber Q3
Gesamtjahr 2027+40 bis +45 % gegenüber 2026
2028Möglicher Preisrückgang durch zusätzliche Kapazitäten

Als Hauptgründe nennen die Analysten die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Hardware sowie ein weiterhin begrenztes Angebot an DRAM- und NAND-Speicher.

KI-Boom bindet immer größere Produktionskapazitäten

Die großen Speicherhersteller Samsung, SK hynix und Micron investieren zwar weiterhin massiv in neue Fertigungskapazitäten, kurzfristig dürfte dies den Markt jedoch kaum entlasten. Ein wachsender Teil der Produktion fließt direkt in Rechenzentren und KI-Beschleuniger, deren Speicherbedarf deutlich schneller wächst als die Produktionskapazitäten.

Hinzu kommt, dass immer mehr Speicher über langfristige Lieferverträge vergeben wird. Laut Jefferies sind derzeit bereits rund 50 Prozent der weltweiten Produktionskapazität durch mehrjährige Vereinbarungen mit großen Technologiekonzernen gebunden.

Micron hat beispielsweise bereits zahlreiche sogenannte Strategic Customer Agreements (SCAs) abgeschlossen. Der Anteil langfristig reservierter Kapazitäten könnte laut der Analyse künftig sogar auf 70 Prozent steigen.

Weniger Speicher für PCs, SSDs und Smartphones

Für Verbraucher hätte diese Entwicklung direkte Folgen. Wenn ein immer größerer Teil der Produktion an Cloud-Anbieter und KI-Unternehmen vergeben wird, bleibt entsprechend weniger Ware für den klassischen Endkundenmarkt verfügbar.

Betroffen wären unter anderem:

  • DDR5- und LPDDR5X-Arbeitsspeicher
  • SSDs mit NAND-Flash
  • Desktop-PCs und Notebooks
  • Smartphones
  • Spielkonsolen
  • Server für kleine und mittlere Unternehmen

Steigende Speicherkosten wirken sich dabei nicht nur auf einzelne Komponenten aus, sondern erhöhen letztlich auch die Preise kompletter Geräte.

Chinesische Hersteller sorgen vorerst nicht für Entlastung

Lange galt die Hoffnung, dass chinesische Hersteller wie CXMT oder YMTC den Markt mit günstigem Speicher versorgen könnten. Laut Jefferies hat sich dieses Szenario bislang jedoch nicht bestätigt.

Die Unternehmen verkaufen ihre Produkte inzwischen zu ähnlichen Preisen wie die etablierten Marktführer. Zudem wird der Großteil der verfügbaren Produktion innerhalb Chinas verwendet, sodass internationale Märkte bislang kaum profitieren.

Erst ab 2028 könnte sich die Situation verändern. Dann sollen umfangreiche Ausbauprogramme neuer Fabriken und Produktionslinien abgeschlossen sein. Sollte China seine Kapazitäten wie geplant erhöhen, könnte erstmals mehr Speicher für den Export zur Verfügung stehen.

Erste Entspannung frühestens 2028

Jefferies geht davon aus, dass die weltweiten Produktionskapazitäten bis 2028 um etwa 15 bis 20 Prozent steigen könnten. Erst dann wäre ausreichend zusätzliches Angebot vorhanden, um den Preisdruck langsam zu reduzieren.

Ob dies tatsächlich zu dauerhaft sinkenden Preisen führt, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie stark die Nachfrage nach KI-Systemen und Rechenzentrums-Hardware in den kommenden Jahren weiter wächst.

Einschätzung

Die Prognose von Jefferies unterstreicht, wie angespannt der Speichermarkt derzeit bleibt. KI-Anwendungen sorgen für einen historischen Nachfrageboom, während langfristige Lieferverträge immer größere Teile der Produktion binden. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürften Verbraucher auch in den kommenden Jahren mit höheren Preisen für Arbeitsspeicher, SSDs sowie zahlreiche Geräte rechnen müssen. Eine deutliche Marktentspannung erwarten die Analysten frühestens ab 2028.

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Quelle: Jefferies: Speicherpreise steigen bis 2027 weiter – Entspannung frühestens 2028