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Intel Bartlett Lake auf Z790: Modder bringt Core 9 273PQE per BIOS-Mod bis zum POST – und stellt unbequeme Fragen

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Apr.
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Ein Embedded-Chip auf einem Consumer-Board – kein vollständiger Boot, aber genug, um Intels Plattformstrategie in ein ungünstiges Licht zu rücken.

Was passiert ist – und was nicht

Forennutzer „kryptonfly“ hat in der Overclock.net-Community dokumentiert, wie er Intels Core 9 273PQE auf einem Asus Z790-AYW OC WiFi zum Laufen gebracht hat – zumindest teilweise. Per modifizierter BIOS-Firmware wurde fehlender Microcode-Support für den Embedded-Chip ergänzt, woraufhin das System den Prozessor korrekt erkannte und den POST-Bildschirm erreichte. Tom’s Hardware, Notebookcheck und Club386 berichten übereinstimmend über diesen Stand.

Damit endet der Erfolg aber auch. Ein Boot in ein Betriebssystem ist bislang nicht gelungen – nach dem POST folgt schwarzer Bildschirm. Es gibt keine Benchmarks, keinen Windows-Start und keine offizielle Unterstützung durch Intel oder Asus. Der Mod ist ein technisch interessanter Befund, aber noch kein funktionsfähiges System.

Warum dieser Chip überhaupt Aufmerksamkeit bekommt

Intel hat den Core 9 273PQE am 9. März 2026 auf der Embedded World vorgestellt – als Teil der Core Series 2 für industrielle Edge-Anwendungen. Das Spitzenmodell der Bartlett-Lake-Familie bringt 12 reine Performance-Kerne ohne einen einzigen Efficiency-Core, 36 MB L3-Cache, bis zu 5,9 GHz Turbo und eine Processor Base Power von 125 Watt. Zum Vergleich: Der Core i9-14900K auf derselben LGA1700-Plattform setzt auf 8 P-Kerne plus 16 E-Kerne bei identischem Cache und identischer TDP.

Genau diese Gegenüberstellung ist der Kern der Aufregung. Intel kann offensichtlich einen reinen P-Core-Desktop-Chip auf LGA1700 bauen – parkt ihn aber bewusst im Embedded-Segment. Für Enthusiasten, die Hybrid-Architekturen in latenzkritischen Workloads oder Spielen skeptisch gegenüberstehen, ist Bartlett Lake deshalb genau das Produkt, das sie sich von Intel immer gewünscht haben. Nur eben nie bekommen haben.

Wo die eigentliche Grenze liegt

Der interessanteste Aspekt des Mods ist nicht, dass er funktioniert – sondern wo er scheitert. Bartlett Lake kommt auf einem Z790-Board nicht wegen mechanischer Inkompatibilität nicht weiter. Es fehlt schlicht der BIOS- und Microcode-Support. Die Plattformgrenze ist also keine Frage der Hardware-Architektur, sondern der Firmware und Produktsegmentierung. Wenn ein Embedded-Chip auf einem Consumer-Board zumindest den POST erreicht, zeigt das ziemlich deutlich, wie nah die beiden Welten technisch beieinanderliegen.

Das macht Intels Entscheidung, Bartlett Lake nicht für den Consumer-Markt freizugeben, zu einer strategischen, nicht zu einer technischen. Ob dahinter Produktdifferenzierung, Margenplanung oder schlicht die Einschätzung steckt, dass der Markt für reine P-Core-Desktop-Chips zu klein ist – Intel lässt das erwartungsgemäß unkommentiert.

Was das für normale Nutzer bedeutet

Praktisch: erst einmal nichts. Notebookcheck weist ausdrücklich darauf hin, dass die Unterstützung vollständig inoffiziell bleibt und durch künftige Firmware-Updates von Intel oder Asus jederzeit wieder unterbunden werden könnte. Selbst wenn der Mod irgendwann zu einem vollständigen Boot führt, bleibt er ohne offizielle Validierung, ohne Kompatibilitätsgarantie und ohne sinnvollen Alltagsbetrieb für normale Anwender. Die Jagd nach Embedded-CPUs für Consumer-Boards lohnt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Was bleibt, ist die eigentliche Pointe: Bartlett Lake macht unfreiwillig sichtbar, wie künstlich manche Produktgrenze inzwischen ist. Die Frage ist nicht mehr, ob ein 12-P-Core-Chip auf Z790 technisch absurd wäre. Die Frage ist nur noch, warum Intel diese Tür bewusst geschlossen hält.

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Quelle: Intel Bartlett Lake auf Z790: Modder bringt Core 9 273PQE per BIOS-Mod bis zum POST – und stellt unbequeme Fragen