RabbitZ INFO

DDR4 feiert unerwartetes Comeback: DDR5-Knappheit hält den älteren Speicherstandard am Leben

img
Juli
08

Eigentlich sollte DDR4 allmählich vom Markt verschwinden. Doch die anhaltenden Engpässe bei DDR5-Speicher sorgen dafür, dass der fast zwölf Jahre alte Standard eine unerwartete Renaissance erlebt. Sowohl PC-Hersteller als auch Unternehmen im Serverbereich setzen wieder verstärkt auf DDR4, um steigende Kosten und eingeschränkte Verfügbarkeit neuer Speicherchips abzufedern.

Die Entwicklung betrifft mittlerweile nicht nur günstige Consumer-Systeme, sondern auch professionelle Rechenzentren.

DDR4 bleibt trotz DDR5-Generation gefragt

DDR4 wurde bereits 2014 eingeführt und löste damals DDR3 als aktuellen Arbeitsspeicherstandard ab. Mit dem Marktstart von DDR5 im Jahr 2020 galt das Ende von DDR4 eigentlich als absehbar.

Durch die aktuelle Situation auf dem DRAM-Markt verschieben viele Hersteller jedoch ihre Ausstiegspläne. Da DDR5-Speicher weltweit knapp und deutlich teurer geworden ist, bleibt DDR4 eine wirtschaftlich attraktive Alternative. Zwar sind auch die Preise für DDR4 gestiegen, der ältere Standard lässt sich jedoch weiterhin günstiger produzieren und bietet ausgereifte Fertigungsprozesse mit hohen Ausbeuten.

Neue Hardware setzt wieder auf DDR4

Die Folgen zeigen sich bereits bei aktuellen Produkten. Mehrere Hersteller bringen wieder Systeme auf den Markt, die bewusst DDR4 unterstützen, obwohl die eingesetzten Prozessoren ebenfalls mit DDR5 kompatibel wären.

Zu den jüngsten Beispielen zählen:

  • neue Mini-PCs von Minisforum
  • Mainboards von Colorful für Desktop-Systeme
  • verschiedene Notebooks und Komplett-PCs für den asiatischen Markt

Durch den Einsatz von DDR4 lassen sich die Verkaufspreise niedriger halten, was angesichts der aktuellen Speicherpreise insbesondere im Einstiegs- und Mittelklasse-Segment eine wichtige Rolle spielt.

Auch Rechenzentren greifen wieder zu DDR4

Nicht nur im Consumer-Bereich gewinnt DDR4 wieder an Bedeutung. Berichten zufolge setzt auch Meta in Teilen seiner Infrastruktur erneut auf den älteren Speicherstandard.

Dabei kommen aktuelle AMD EPYC Turin-Prozessoren zum Einsatz, die eigentlich ausschließlich DDR5 unterstützen. Möglich wird die Nutzung von DDR4 über eine speziell entwickelte CXL-2.0-Lösung namens Vistara, welche DDR4-Speicher an die Serverplattform anbindet.

Damit reagieren auch große Cloud- und KI-Anbieter auf die schwierige Versorgungslage bei modernen DRAM-Chips.

AMD und Intel verlängern den Lebenszyklus älterer Plattformen

Auch die Prozessorhersteller passen ihre Strategien an. AMD bietet weiterhin neue Prozessoren für die AM4-Plattform an, die ausschließlich DDR4 unterstützt.

Auch bei Intel deuten Berichte darauf hin, dass ältere Prozessorgenerationen länger produziert werden könnten. Genannt werden unter anderem:

HerstellerPlattformen mit DDR4-Unterstützung
AMDAM4 mit Ryzen-Prozessoren
IntelCore der 10., 12., 13. und 14. Generation (Berichten zufolge)

Wichtig: Die Hinweise auf eine mögliche Wiederaufnahme der Produktion älterer Intel-Prozessoren beruhen derzeit auf Berichten und gelten nicht als offiziell bestätigt.

DDR4 dürfte noch mehrere Jahre relevant bleiben

Die aktuelle Marktlage zeigt, dass technische Standards nicht allein durch neue Generationen verdrängt werden. Solange DDR5 knapp bleibt und die Preise auf hohem Niveau verharren, wird DDR4 für viele Hersteller und Käufer eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative bleiben.

Nach aktuellen Einschätzungen könnte die angespannte Situation auf dem DRAM-Markt noch bis mindestens 2028 andauern. Damit dürfte DDR4 deutlich länger eine wichtige Rolle spielen als ursprünglich erwartet – sowohl im Consumer-Markt als auch in professionellen Serverumgebungen.

Der Beitrag DDR4 feiert unerwartetes Comeback: DDR5-Knappheit hält den älteren Speicherstandard am Leben erschien zuerst auf Hardware News.


Quelle: DDR4 feiert unerwartetes Comeback: DDR5-Knappheit hält den älteren Speicherstandard am Leben