Corsair erweitert sein Midtower-Sortiment um die Warthog, eine modernisierte Neuauflage der Vengeance C70 aus dem Jahr 2012. Das damalige Gehäuse mit Militärthema erinnerte an eine Munitionskiste und gewann zahlreiche Auszeichnungen für seine robuste Bauweise und das eigenständige Design. Seither erreichten Corsair immer wieder Anfragen nach einer modernen Neuauflage, die der Hersteller nun mit der auf der Computex 2026 gezeigten Warthog einlöst.
Vom Munitionskisten-Klassiker zum modernen Midtower
Der Name ist Programm und bezieht sich auf das Erdkampfflugzeug A-10 Thunderbolt II, das im Militärjargon den Spitznamen Warthog trägt. Genau diese rauhe, zweckmäßige Ästhetik überträgt Corsair auf das Gehäuse. Die Warthog behält die dicken Stahlpaneele, die integrierten Tragegriffe und den seitlichen Zugang, die schon die C70 populär machten.
Die auffälligste optische Änderung gegenüber dem Vorgänger ist das perforierte Frontpaneel, das mehr Luft durch das Gehäuse drückt und den geschlosseneren Look des Originals ablöst. Hinzu kommen die markanten Tragegriffe an Ober- und Unterseite, die breiter als das Gehäuse selbst ausfallen. Das erleichtert es, den Tower zum Einbau oder für Umbauten auf die Seite zu legen.
Zwei Versionen, zwei Farben
Die Warthog erscheint in zwei Ausführungen. Die reguläre Variante wird ohne Lüfter ausgeliefert, sodass Nutzer ihre eigene Belüftung wählen können. Die RS-Ausführung bringt hingegen drei vorinstallierte Lüfter mit, nämlich zwei 200 Millimeter große RS200-Modelle als Einlass hinter dem perforierten Frontpaneel sowie ein zusätzliches RS120-Exemplar als Auslass an der Rückseite.
Beide Versionen sind entweder in vollständigem Schwarz oder in Olivgrün mit schwarzen Akzenten erhältlich. Die drei Lüfter der RS-Variante unterstützen Daisy-Chaining, einen Zero-RPM-Modus und nutzen 4-Pin-PWM-Anschlüsse, was die Verkabelung beim Zusammenbau spürbar vereinfacht.
Liebe zum Detail mit Cockpit-Charme
Den militärischen Charakter unterstreicht Corsair mit zahlreichen Detaillösungen, die zugleich praktischen Nutzen haben. Auf Höhe des I/O-Panels des Mainboards sitzt eine Beleuchtung, die sich über einen Knopf an der Front einschalten lässt, um die Anschlüsse beim Verkabeln besser sichtbar zu machen. Die Schalter am Frontpaneel sind durch metallene Schutzkappen gesichert, die ein versehentliches Auslösen verhindern.
Besonders verspielt ist der Reset-Knopf, der unter einer zusätzlichen Schutzklappe sitzt und erst nach dem Hochklappen zugänglich wird, ganz im Stil eines Jet-Cockpits. Abgerundet wird das Konzept durch ein Etikett mit der Aufschrift Remove Before Build, eine augenzwinkernde Anspielung auf die Remove-Before-Flight-Banner an kritischer Ausrüstung von Kampfflugzeugen.
Innenleben und Kühloptionen
Trotz des nostalgischen Äußeren ist die Warthog technisch auf der Höhe der Zeit. Das Gehäuse misst 534 Millimeter in der Höhe, 284 Millimeter in der Breite und 546 Millimeter in der Länge und nimmt Mainboards von Mini-ITX über Micro-ATX und ATX bis E-ATX auf. Auch Reverse-Connector-Mainboards, bei denen die Kabel auf der Rückseite der Platine angeschlossen werden, werden unterstützt.
Bei der Hardware-Kompatibilität gibt sich die Warthog großzügig. Grafikkarten dürfen bis zu 430 Millimeter lang sein, sofern vorne kein Lüfter sitzt, andernfalls sind es 405 Millimeter. CPU-Kühler finden bis zu einer Höhe von 190 Millimetern Platz, das Netzteil darf bis zu 200 Millimeter messen. Dank Corsairs InfiniRail-Lüftersystem lassen sich an verschiedenen Positionen 120-, 140- und sogar 200-Millimeter-Lüfter montieren, in der Summe bis zu dreizehn 120-Millimeter-Lüfter sowie bis zu drei 360-Millimeter-Radiatoren an Front, Seite und Oberseite. Hinzu kommen eine überarbeitete RapidRoute-2.0-Kabelführung hinter dem Mainboard-Tray und ein GPU-Anti-Sag-Arm, der schwere High-End-Grafikkarten von teils nahezu zwei Kilogramm abstützt.
Beim Massenspeicher fällt die Ausstattung mit einer 3,5-Zoll-HDD und zwei 2,5-Zoll-SSDs eher schlank aus, was zur Ausrichtung auf moderne, NVMe-lastige Systeme passt. Am Frontpaneel stehen ein USB 3.2 Gen 2×2 Type-C, ein weiterer USB 3.2 Gen 2×2, zwei USB 3.2 Gen 1 Type-A sowie ein 3,5-Millimeter-Audioanschluss samt Power- und Reset-Knopf bereit.
Preis, Verfügbarkeit und Einordnung
Corsair hat für die lüfterlose Variante einen Startpreis von rund 170 Pfund genannt, was nach aktuellem Kurs grob 200 Euro entspricht. Die mit Lüftern bestückte RS-Version liegt darüber, ein finaler Euro-Preis für den deutschen Markt ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Als Marktstart nennt Corsair den 11. August.
Unterm Strich ist die Warthog ein gelungener Brückenschlag zwischen Nostalgie und moderner Technik. Wer den eigenwilligen Militär-Look des Originals mochte, bekommt hier eine zeitgemäße Neuauflage mit ordentlicher Luftzirkulation, viel Kühlspielraum und durchdachten Detaillösungen. Für alle anderen bleibt es ein bewusst polarisierendes Statement-Gehäuse, das gar nicht erst versucht, dezent zu sein.
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Quelle: Corsair Warthog: Militärisch gestyltes Gehäuse als Hommage an die Vengeance C70

by BlackRabbitZ