Ein neuer Geekbench-Eintrag liefert weitere Hinweise auf die Leistung von AMDs kommenden Medusa-Point-APUs. Das bislang unveröffentlichte Zen-6-Engineering-Sample erzielt trotz einer sehr niedrigen Taktrate von lediglich rund 2,0 GHz deutlich höhere Werte als aktuelle Strix-Point-Prozessoren auf Basis von Zen 5. Da es sich um einen frühen Prototyp handelt, sollten die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht interpretiert werden.
Die Medusa-Point-Serie wird als Nachfolger der aktuellen Ryzen-AI-300-Familie erwartet und soll voraussichtlich 2027 erscheinen.
Neuer Geekbench-Eintrag zeigt 10-Kern-Prozessor
Wie bereits ein früherer Leak stammt auch der neue Eintrag von einer Testplattform mit dem Codenamen Plum-MDS1, die auf den neuen FP10-BGA-Sockel setzt. Diese Plattform dient offenbar zur Entwicklung kommender AMD-APUs mit einer Leistungsaufnahme zwischen 28 und 45 Watt.
Der Prozessor wird als Ryzen-9-Modell mit der Kennung 100-000001713-33_N geführt und besitzt folgende Eigenschaften:
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Architektur | Zen 6 |
| Kerne / Threads | 10 / 20 |
| Kernkonfiguration | 4 + 6 |
| Basistakt | 2,0 GHz |
| Maximal gemeldeter Takt | 2.063 MHz |
| L2-Cache | 10 MB |
| L3-Cache | 32 MB* |
*Der gemeldete L3-Cache gilt laut Leak vermutlich als fehlerhaft ausgelesen.
Die 4+6-Konfiguration deutet erneut darauf hin, dass AMD unterschiedliche Zen-6-Kerntypen kombiniert – ähnlich dem bereits bekannten Hybrid-Ansatz.
Bis zu 29 Prozent schneller als Ryzen AI 9 365
Im Geekbench-6-Test erreicht das Engineering Sample:
| Prozessor | Single-Core | Multi-Core |
|---|---|---|
| Medusa Point (Zen 6, 10 Kerne, 2,0 GHz) | 3.174 | 15.092 |
| Ryzen AI 9 365 (Zen 5, 10 Kerne) | 2.470 | 12.407 |
| Ryzen AI 9 HX 370 (Zen 5, 12 Kerne) | 2.605 | 13.396 |
Verglichen mit dem durchschnittlichen Geekbench-Ergebnis des Ryzen AI 9 365 ergibt sich daraus:
- rund 29 % höhere Single-Core-Leistung
- etwa 22 % höhere Multi-Core-Leistung
Bemerkenswert ist dabei, dass das geleakte Medusa-Point-Sample lediglich mit rund 2 GHz betrieben wurde, während die aktuellen Strix-Point-Modelle Boost-Taktraten von bis zu 5 GHz erreichen.
Da Engineering Samples häufig noch nicht mit finalen Taktraten oder Firmware arbeiten, lassen sich aus den Benchmarks allerdings keine Rückschlüsse auf die endgültige Serienleistung ziehen.
Zen 6 bringt offenbar FP16-Unterstützung
Der neue Geekbench-Eintrag enthält zudem einen weiteren interessanten Hinweis: Erstmals wird für die Zen-6-Architektur FP16-Unterstützung über AVX-VNNI ausgewiesen.
Sollte sich dies in den finalen Produkten bestätigen, könnten Medusa-Point-APUs bestimmte KI- und Machine-Learning-Workloads deutlich effizienter ausführen. FP16-Berechnungen spielen insbesondere bei modernen KI-Anwendungen und lokalen Inferenzmodellen eine wichtige Rolle.
Marktstart wird für 2027 erwartet
Offizielle technische Daten zu Medusa Point hat AMD bislang nicht veröffentlicht. Die bisherigen Informationen stammen ausschließlich aus Leaks und Benchmark-Datenbanken.
Nach aktuellem Stand werden die neuen APUs für 2027 erwartet. Weitere Details könnten im Rahmen der CES 2027 folgen. Bis dahin deuten die bislang bekannten Informationen jedoch darauf hin, dass Zen 6 sowohl bei der Pro-Kern-Leistung als auch bei neuen KI-Funktionen einen spürbaren Generationssprung gegenüber Zen 5 liefern könnte.
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Quelle: AMD Medusa Point: Neuer Geekbench-Leak zeigt deutliche Zen-6-Fortschritte

by BlackRabbitZ