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Apple erhöht die Preise: Laut CEO Cook „unvermeidlich“ wegen Speicherengpässen

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Juni
18

Apple wird die Preise für seine Produkte erhöhen, lässt aber noch offen, um wie viel, wann und für welche Geräte. Die Ursache ist dagegen klar benannt: CEO Tim Cook sagt, die Knappheit bei Speicherchips mache Preiserhöhungen „unvermeidlich“. Im Interview mit dem Wall Street Journal beschreibt er die Lage als so dramatisch, wie er sie in über vier Jahrzehnten in der Elektronik-Lieferkette nicht erlebt habe – Cook spricht von einer „Jahrhundertflut“.

Was Cook konkret gesagt hat

„Leider sind Preiserhöhungen unvermeidlich“, erklärte Cook gegenüber dem WSJ. Man tue sein Bestes, um die enormen Preissteigerungen abzufedern, die an Apple weitergegeben würden, und habe versucht, die Kunden davor zu schützen – doch die Situation sei „unhaltbar“ geworden. Gemeint sind die Preise, die Chiphersteller für Speicher und Storage verlangen. Besonders betroffen ist laut Cook der DRAM-Markt, doch auch NAND-Speicher für die Datenspeicherung bereitet Sorgen.

Der scheidende CEO – Cook übergibt im September den Staffelstab an John Ternus – nannte weder die Höhe der Preiserhöhungen noch deren Zeitpunkt, und ließ offen, ob sie für iPhones, MacBooks, iPads oder andere Produkte gelten. Analysten rechnen jedoch vor, dass die im September erwarteten iPhone 18 Pro und Pro Max teurer ausfallen dürften als ihre Vorgänger, und auch bei iPads und Macs sind Aufschläge wahrscheinlich.

Warum die Speicherpreise explodieren

Der Hintergrund ist ein struktureller Nachfrageschock. Die KI-getriebene Nachfrage nach Rechenzentren hat die Hersteller von Unterhaltungselektronik in einen harten Wettbewerb um schwindende Vorräte der Schlüsselkomponenten gezwungen und die Preise stark nach oben getrieben. Konkret hat die Nachfrage von KI-Unternehmen nach High-Bandwidth-Memory die Kosten für DRAM und NAND seit dem Vorjahr nach Branchenangaben vervierfacht. Das Problem für Apple und Co.: Hyperscaler sichern sich Kapazität über Vorauszahlungsverträge mit drei bis fünf Jahren Laufzeit und verdrängen damit die Konsumgüterhersteller.

Cook brachte das Dilemma auf den Punkt: Es gebe weniger Angebot zu einem Zeitpunkt, zu dem die Verbraucher Geräte wollten, während die Speicherhersteller massive Preissteigerungen weitergäben. Man brauche dringend, dass sich Speicherpreise und -angebot für Konsumprodukte wieder auf vernünftige Niveaus einpendelten. Verschärft wird die Lage dadurch, dass Apple gleichzeitig den DRAM in seinen Geräten aufstocken muss, um neue KI-Funktionen zu unterstützen – der Speicherbedarf steigt also genau dann, wenn Speicher am knappsten ist.

Was das in Zahlen bedeutet

Die Größenordnung lässt sich bereits grob beziffern. Nach Berechnungen von TechInsights würde allein die Weitergabe der aktuellen Kostensteigerungen bei gleichbleibender Marge rund 270 US-Dollar zum Preis des nächsten iPhone-Pro-Modells hinzufügen. Morgan Stanley erwartet für dieses Jahr eine Preissteigerung von etwa 15 Prozent bei Smartphones und PCs in den USA und schätzt, dass die für Konsumtechnik verfügbaren Speicher-Wafer bis 2027 um bis zu 15 Prozent hinter der Nachfrage zurückbleiben, weil Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron ihre Kapazitäten zu den KI-Kunden umlenken.

Das WSJ geht davon aus, dass Apple seine Gerätepreise „substanziell“ anheben muss, um die aktuellen Gewinnmargen angesichts der Kosten für Speicherchips und SSDs zu halten. In Apples eigener Bewertung ist die Krise kein kurzfristiges Phänomen – Cooks Vergleich mit einer Jahrhundertflut deutet an, dass das Unternehmen mit einer länger anhaltenden Anspannung rechnet.

Weniger Auswahl bei den Macs

Dass die Speicherkrise längst bei den Produkten angekommen ist, zeigt sich bereits an Apples eigenem Portfolio. Anfang Mai passte Apple stillschweigend die Speicheroptionen für Mac mini und Mac Studio an: Käufer dieser kompakten Desktop-Rechner erhielten weniger Auswahl bei den Speicherkonfigurationen. Der Mac mini ist nicht mehr mit 32 oder 64 GB Arbeitsspeicher erhältlich, der Studio mit M3 Ultra nicht mehr mit 256 GB. Einige Tage zuvor hatte Cook bereits gewarnt, dass die steigenden Speicherpreise zunehmend Auswirkungen haben würden.

Noch direkter wurde der Effekt beim Mac mini selbst: Durch das Streichen des günstigsten Einstiegsmodells stieg der Startpreis faktisch von 599 auf 799 US-Dollar. Solche stillen Anpassungen – weniger Auswahl, gestrichene Einstiegsmodelle, reduzierte Maximalkonfigurationen – sind eine subtilere Form der Preiserhöhung, die sich nicht auf dem Preisschild des einzelnen Produkts widerspiegelt, aber dieselbe Wirkung entfaltet.

Apples Spielraum und seine Grenzen

Cook deutete an, dass Apple bereit sei, seine Finanzkraft einzusetzen, um die Speicherversorgung zu verbessern, ohne Details zu nennen. Man sei bereit, die eigene Bilanz zu nutzen, um Teil der Lösung zu sein – offensichtlich werde mehr Kapazität benötigt. Eine klare Grenze zog er allerdings: Apple plant nicht, seine Barreserven und Chip-Expertise zu nutzen, um eigene Speicher- und Storage-Fabriken zu bauen. „Wir können nicht alles“, sagte Cook, man wisse, worin man gut sei.

Ein geopolitischer Aspekt kommt hinzu: China verfügt über führende heimische Speicher- und Storage-Unternehmen, doch US-Firmen bräuchten unter den Regeln der nationalen Sicherheit voraussichtlich Lizenzen, um mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auf die Frage, ob die Beschränkungen gelockert werden sollten, antwortete Cook, alles müsse auf den Tisch, man solle das gesamte Angebot betrachten.

Was Verbraucher daraus mitnehmen sollten

Für Käufer ist die Botschaft unbequem, aber eindeutig: Die kommende Gerätegeneration dürfte teurer werden, und das nicht wegen neuer Funktionen, sondern wegen einer Komponente, die in jedem Smartphone, Tablet und Notebook steckt. Bemerkenswert ist, dass dies kein Apple-spezifisches Problem ist – die gesamte Branche steht unter demselben Druck, weil die KI-Datacenter-Nachfrage den Speichermarkt umpflügt. Wer ein Gerät plant, könnte vom Vorziehen eines Kaufs profitieren, bevor die Aufschläge greifen. Offen bleibt allerdings die Frage, die in der Community am häufigsten gestellt wird: Ob die Hersteller die Preise wieder senken, sobald sich der Speichermarkt entspannt. Die Erfahrung legt nahe, dass Preiserhöhungen sich leichter durchsetzen als zurücknehmen lassen – und die Prognosen, nach denen sich die Lage frühestens 2027 oder noch später bessert, geben wenig Anlass zu kurzfristiger Hoffnung.

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